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Insel Grenada

(Kleine Antillen)


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Die Insel Grenada ist vulkanischen Ursprungs und ca 33 km lang und 12 km breit. Sie ist 345 qkm groß und hat etwas weniger als 100.000 Einwohner. Die abwechslungsreiche Landschaft besteht aus einer sich in Nord - Südrichtung ausbreitenden dichtbewaldeten Gebirgskette, tropischen Regenwäldern und Schluchten die von zahlreichen Flüssen durchzogen sind. An die vulkanische Vergangenheit erinnert nur noch der höchste Berg St.Catherine (841) und Kraterseen wie z.B. der Grand Etang.
Grenada hat, nachdem es im Jahre 1498 von Kolumbus entdeckt wurde, eine wechselvolle Geschichte hinter sich gebracht. Die einheimischen Kariben wurden niedergemacht und vertrieben. Die ersten Siedler kamen um 1650 aus Frankreich und gründeten Saint George. 1762 wurde Grenada von den Engländern erobert, aber schon 17 Jahre später, 1779, von den Franzosen zurückerobert um es 1783 im Versailler Vertrag wieder an England abzutreten.
Die Zuckerrohranbaufläche wurde durch der großen Zuckernachfrage in Europa von den Engländern stark vergrößert. Um die großen Zuckerrohrplantagen allerdings bewirtschaften zu können mussten jetzt vermehrt Sklaven aus Afrika eingeführt werden. Die Sklaverei ging um 1834 zu Ende und die Afrikaner besiedelten dann als freie Menschen die ganze Insel.
1967 erhält Grenada eine begrenzte und 1974 die volle Unabhängigkeit von England, was jährlich am 7. Februar mit dem Independence-Day gefeiert wird. Seitdem ist Grenada ein freier Staat und gehört dem Britischen Commonwealth an. Mr. Eric Gairy übernimmt die Führung des Staates die 1979 durch eine Revolution beendet wird. Der Marxist Maurice Bishop wird Staatschef und 1983 von der eigenen Miliz ermordet. Eine US-Invasion beendete die marxistische Herrschaft.
im September 2004 wütete der Hurrikan Ivan über Grenada. Die Insel wurde schwer in Mitleidenschaft gezogen. Über 90% der Häuser in St.George wurden zerstört oder beschädigt. 35 Menschen verloren ihr Leben. Die Natur hat sich schon wieder erholt aber noch heute sieht man an vielen Stellen der Stadt Häuserruinen, die aus dieser Zeit stammen.
Grenada ist die "Gewürzinsel" der Karibik. Zu den Hauptexportprodukten gehören Muskatnuss und Kakaobohnen. Ein Viertel der gesamten Weltproduktion an Muskatnuss kommt aus Grenada. Die Kakaobohnen haben wegen ihrer Qualität weltweit einen besonders guten Ruf.Weitere Anbauprodukte sind Zitrusfrüchte, Bananen, Kokosnüsse, Gewürznelken und Zimt. Darüber hinaus findet man in Grenada nahezu alle tropischen Blumen und Pflanzen.
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Am frühen Morgen kam die erste kleine Antilleninsel Grenada in Sicht. Es ging ein Stück an der Küste entlang und um 8 Uhr lag die Aidavita fest vertäut am Anlegedock für Kreuzfahrtschiffe welches sich etwas außerhalb St. George's befand. Erste Eindrücke von der die Inselhauptstadt bekamen wir von Deck 10 aus.
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Das Fort Frederick, man muß es nicht unbedingt gesehen haben, stammt aus der französischen Kolonialzeit und wurde von 1779 - 1783 erbaut. Es schützte Hafen und Stadt vor Angriffen der Engländer als es um die Vorherrschaft im karibischen Raum ging.
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Vom Fort Frederick aus hat man allerdings einen Traumblick auf St. George und seinem Naturhafen The Carenage. Linkes Foto unten: auf der Landzunge befindet sich das alles beherrschende Fort George, eine von den Franzosen 1705 aufwendig erbaute Verteidigungsanlage. Im Hintergrund die Anlegestelle für Kreuzfahrtschiffe.
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Um den Hafen herum führt die Wharf Road. An ihr befinden sich alte, restaurierte Lagerhäuser aus französischer und englischer Zeit. In ihnen befinden sich heute Büros, Souveniergeschäfte und Cafes.
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Eine Inselrundfahrt führt uns zum Grand Etang Naturpark. Ein sechstel der Gesamtfläche von Grenada ist in Form von Parks, Naturreservaten und Wildgehegen geschützt. Das Grand Etang Forest Reserve ist der bekannteste und größte Naturpark auf Grenada. Es schützt rund um den 530 m hoch gelegenen Kratersee, Grand Etang, einen besonders artenreichen, tropischen Regenwald. Viele angelegte Wanderwege laden den Besucher zum Wandern und zum Erkunden der Flora und Fauna ein.
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Jeder Garten- und Blumenfreund aus Europa wird neidisch beim Anblick der Blumen- und Pflanzenpracht, die hier ganz selbstverständlich gedeiht und wächst.
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Rund um das Visitor's Centre an der Hauptstraße haben sich in Erwartung von möglichst vielen Besuchern Souvenirverkäufer niedergelassen.
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Auch diese unermüdliche Gesangsgruppe mit ihren karibischen Liedern erwarteten einen kleinen Obulus (1$) von uns Besuchern. Die beiden Damen (rechtes Foto) versuchen ebenfalls als dekoratives Fotoobjekt ihre Haushaltskasse aufzubessern (auch 1$).
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Die Fahrt ging weiter zur River Antoine Rum Distillery. Hier haben sich seit 200 Jahren weder die Gebäude noch die Produktionsabläufe verändert. Es ist eine museale aber völlig intakte und produzierende Rumbrennerei deren Produkt, der weiße Overproof Rum, in Grenada und darüber hinaus einen hervorragenden Ruf genießt.
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Eine Wassermühle von 1785 mit einem riesigen Wasserrad zerkleinert das Zuckerrohr und presst den Saft heraus.
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So wie es aussieht werden die ausgepressten Faserreste des Zuckerrohres ebenfalls seit 200 Jahren einfach vor die Tür gekippt.
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Der Zuckerrohrsaft wird aufbereitet und in einer Destillieranlage entsteht ein 85%iger Rum. Der Rum wird von Hand in Flaschen abgefüllt, ebenfalls von Hand etikettiert und verkauft.
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Mittagessen im Garten eines alten Plantagenhauses in dem man die herrlichsten Blumen und Pflanzen bewundern konnte.
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Weiterfahrt zur Dougaldston Spice Estate, einer alten Gewürzplantage. Diese Plantage erinnert mehr an längst vergangene Zeiten als Sklaven noch die Arbeit übernehmen mußten. Sie ist heute eher ein historisches Denkmal, in dem die Gewürze wohl nur noch zu Anschaungzwecken für Touristen angebaut werden. Wer allerdings unter Plantage eine Monokultur, das Anpflanzen einer Pflanzenart in Reih und Glied, versteht wird keine finden. Es wächst alles urwaldähnlich wild durcheinander und wenn man einen Kakaobaum entdeckt kann dieser durchaus zu einer Kakaoplantage oder zu einer Muskatplantage und/oder Bananenplantage gehören. Die Fotos unten zeigen links einen Mangobaum mit Früchten, in der Mitte einen Muskatbaum mit Früchten und rechts einen Kakaobaum mit Früchten.
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In einem großen Holzschuppen wurden wir ausführlich über den Anbau, die Ernte und die Weiterverarbeitung der einzelnen Gewürze informiert. Im feuchten Klima von Grenada mit Durchschnittstemperaturen von 25 Grad Celsius und genügend Niederschlag gedeihen neben der Muskatnuss noch andere Gewürzpflanzen hervorragend, so z.B. Nelken, Zimt, Lorbeer, Kakao, Ingwer, Vanille, Safran, schwarzer und roter Pfeffer. Hauptsächlich wird der Muskatbaum angepflanzt. Die Frucht hat die Größe einer Aprikose. Die Muskatnuss selbst ist keine Nuss sondern der innere Kern der Frucht, der Samen des Muskatbaumes.
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Aber auch die Frucht des Kakaobaumes hat in Grenada eine große wirtschaftliche Bedeutung. Der Kakaobaum ist ein Unterholzbaum, der im Schatten größerer Bäume wächst. Er kann 10 bis 15 Meter hoch werden, wird auf Plantagen aber kürzer gehalten um die Ernte nicht zu erschweren. Die unreife gurkenförmige Frucht hat eine grüne Farbe, die Reife eine gelbe, oder rot- bis rotbraune Farbe. Die 15 cm bis 30 cm langen und 7 cm bis 15 cm dicken Früchte enthalten 20 bis 50 bohnenförmige Samen (Kakaobohnen). Die Samen sind in einem süßlichen Fruchtmus, der Fruchtpulpe, eingebettet den man wie ein Bonbon lutschen kann.
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Die Bohnen werden bis zu 10 Tagen gegärt (Fermentation), wobei sich das Fruchtfleisch von der Bohne löst. Die Bohnen werden dann auf großen fahrbaren Holzgestellen in der Sonne getrocknet. Bei Regen werden die Gestelle wie eine Schublade unter den Boden des Schuppens geschoben.
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Weiter ging die Fahrt zum Concord Valley um den Concord-Wasserfall zu besichtigen. Nach einer 30-minütigen Wanderung über schmale Regenwaldpfade und einiger Kletterei hat man den Wasserfall erreicht. Das Wasser stürzt hier in eine Felsmulde in der man vortrefflich Baden und Schwimmen kann. Das Wasser ist allerdings relativ kalt.
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Auf der Rückfahrt zur Aidavita im Hafen von St.George noch ein Fotostopp im Fort George. Die Gebäude werden teilweise noch genutzt und können nicht besichtigt werden.
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Von hier oben hat man den ultimativen Blick auf den Binnenhafen The Carenage, auf die Stadt St.Georg und auf die bewaldete Bergwelt im Hintergrund.
Was das Foto unten rechts betrifft: es ist zufällig entstanden. Niemand wollte die Aidavita versenken!
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Trotz des wunderbaren Panoramablickes sieht man noch viele vom Hurrikan Ivan zerstörte Hausdächer. Vor allem die Kirchen haben alle ihre Dächer eingebüßt.
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