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Canal Grande
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Venedig erreicht man über einen Damm mit dem Auto oder mit der Eisenbahn. Die Eisenbahn endet in
einem Kopfbahnhof und die zweispurige Straße auf einem grossen Parkplatz, dem Piazzale Roma.
Der Piazzale Roma ist der Ankunfts- und Abfahrtspunkt aller Buslinien, welche die Stadt mit dem
Festland verbinden. So auch die Verbindung vom Flughafen Marco Polo - Venedig und zurück. Die
blauen Busse fahren in kurzen Abständen. Die einfache Fahrt, sie dauert etwa 20 min, kostet 3 Euro.
Die Fahrkarten müssen vor Fahrtantritt sowohl am Flughafen als auch am Piazzale Roma am
Fahrkartenschalter gelöst werden. Ist man am Piazzale Roma angekommen und wendet sich in Richtung Innenstadt so erreicht man nach wenigen Metern eine Treppe, die direkt zum Ufer des Canal Grande führt. Am Quai Fondamenta di S. Croce befindet sich die Anlegestelle 'Piazzale Roma' der städtischen Linienboote (Vaporetti). Von hier aus fahren die für den Venedigtouristen interessanten Linien der Wasserbusse ab. Die wichtigste ist die Linie 1. Sie fährt bis zum Lido und hält an allen Anlegestellen. Entlang des Quai Fondamenta di S. Croce befindet sich u.a. ein lang gezogenes, unscheinbares Gebäude auf dessen Außenwand lediglich das Wort COOP steht. In diesem Gebäude befindet sich ein gut sortierter Supermarkt mit moderaten Preisen (Es ist schließlich ein Unterschied ob man in diesem Supermarkt für eine Flasche Fanta 70 Cent bezahlt oder in Geschäften, die auf den Tourismus eingestellt sind, 3.50 Euro bezahlt.) Weil beide Ufer des Canal Grande, fast ohne Lücken und nur durch Seitenkanäle unterbrochen, mit historischen Gebäuden bebaut sind, kann man die Schönheiten der Wasserstraße nur von einem Boot aus erleben. Hierfür bietet sich eine Gondel (sehr teuer), ein Wassertaxi (auch teuer) oder eines der städtischen Linienboote an. Die Wasserbusse sind die preiswerteste Möglichkeit und haben darüber hinaus den Vorteil, wenn man eine 1-, 2- oder 3-Tagekarte hat, daß man an jeder Anlegestelle so oft ein und aussteigen kann, wie man will. Es ist eine Bootsfahrt in die Vergangenheit. Mehr als 700 Jahre Geschichte ziehen vorbei. Die Paläste wohlhabender Patrizier säumen die Ufer des Kanals und man weiß nicht wo man zuerst hinsehen soll. Kirchen und Paläste überbieten sich zu beiden Seiten an unnachahmlicher Schönheit und ziehen den Besucher in seinen Bann. Fast alle Adelsgeschlechter leben hier im Namen der Palazzi weiter. Das Foto unten zeigt einen weiten Blick auf einen Teil des Canal Grande, der die Stadt in zwei Teile teilt und aus der Vogelperspektive an die Form eines umgekehrten " S " erinnert. Der Canal Grande hat eine Länge von knapp 4 km, seine Breite schwankt zwischen 30 m und 70 m und seine Tiefe liegt bei etwa 5 m. |
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Beginnt man seine Sightseeingtour 'Canal Grande' an der Piazzale Roma so erreicht man nach wenigen
Minuten auf der linken Seite des Kanals den Haupteingang des Bahnhofs und rechts daneben eine wunderschöne
Kirche mit einer aufwendig gestalteten Außenfassade, die Santa Maria di Nazareth Scalzi-Kirche genannt wird
(Foto unten links). Sie wurde in den Jahren 1660 bis 1689 erbaut. Im Innern befindet sich das Grab
des letzten Dogen von Venedig. Schräg gegenüber, am rechten Kanalufer steht, mit einem grün patiniertem Kuppelbau, die spätbarocke Kirche San Simeone Piccolo. Eine breite Treppe führt zu einem imposanten Säulenportal. Die Kirche wird zur Zeit restauriert und kann nicht betreten werden. |
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Am linken Ufer, direkt am Bahnhofsvorplatz, befindet sich die gelb markierte Anlegestelle für die
Wasserbusse. Sie sehen überall gleich aus und sind leicht auszumachen (Foto unten links).
Die Anlegestellen befinden sich mal am rechten Ufer und mal am linken Ufer des Kanals. Will man von
der einen Seite des Kanals auf die andere Seite überwechseln so muß man entweder eine der 3 Brücken
benutzen, mit einem Traghetto übersetzen oder eine Station mit dem Wasserbus fahren. Traghetti
sind gondelähnliche Fähren die Fahrgäste gegen Gebühr und nur stehend im Boot, zwischen den Brücken zum
anderen Ufer hin und her fahren. Die erste dieser 3 Brücken begegnet uns direkt hinter dem Bahnhof. Die Ponte Scalzi war ursprünglich eine Eisenbrücke, wurde aber um 1934 durch eine Steinbrücke ersetzt (Fotos unten). |
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Die Fahrt geht weiter. Zu sehen gibt es jetzt genug. An den Ufern spiegeln sich alle Epochen der Stadt
wider. Die Palazzi aus dem 13. Jahrhundert, die gotischen Häuser aus dem 14.
und 15 Jahrhundert, Paläste aus der Renaissance die von reichen Kaufmanns- und Adelsfamilien gebaut
wurden und ebenso die jüngsten Bauten aus dem 18. Jahrhundert. Jedes noch so unscheinbare Gebäude in Venedig hat seinen Namen und seine eigene Geschichte. Diese Geschichte wurde von der Entstehung des Gebäudes über die Jahrhunderte bis heute akribisch aufgeschrieben und dokumentiert. |
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Die Fotos oben und unten zeigen typische Ausschnitte aus der Uferbebauung des Canal Grande. Die Geschichten und Legenden ranken sich, ob wahr oder nicht, um die Paläste und Bauwerke. Sie erzählen von ihrem Auf- und Niedergang, dem Schicksal ihrer Bewohner und ihrer Stadt. Auch wenn man nicht über alles schreiben kann, einige der Bauwerke sind schon erwähnenswert. So die Kirche San Geramia. Sie steht gegenüber der Anlegestelle Biasio auf der linken Seite des Kanals und stammt aus dem 11. Jahrhundert. Unter den zahlreichen Palästen der alten venezianischen Adelsfamilien, die meist am Canal Grande liegen, sind es der Palast Fondaco dei Turchi, oder der Palast Ca' Pesaro der 1679 - 1710 erbaut wurde, oder der Palazzo Ca' D'Oro dessen Fassade ehemals vergoldet war. Heute ist der Palast ein Museum. Oder auch der Pal. Corner, Pal. Grassi, Pal. Labia und viele andere. |
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| Vor dem aus dem 16. Jahrhundert stammenden Gebäude Le Fabbriche Vecchie de Rialto befindet sich der Gemüse- und Fischmarkt. Am frühen Morgen werden Obst, Gemüse, Fisch und Meeresfrüchte mit dem Lastkahn herangeschafft. Gegen Mittag ist der Markt beendet. |
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Ein Wahrzeichen und ein zentraler Punkt Venedigs ist die weltberühmte und meistfotografierte Brücke der Welt, die Rialtobrücke. Hier drängen sich die Touristen, hier laufen Kameras heiß. Die Brücke und das unmittelbare Umfeld sind neben dem Markusplatz die belebtesten Plätze in Venedig. Schon im frühen Mittelalter gab es hier einen wichtigen Handelsplatz und so baute man an dieser Stelle eine Holzbrücke, welche die beiden Inseln San Marco und San Polo miteinander verband. Lange Zeit war sie die einzigste Verbindung über den Kanal. Nachdem in der Mitte des 15. Jahrhunderts die Holzbrücke zusammen gebrochen war baute man von 1588 - 1591 an gleicher Stelle eine Steinbrücke, die heutige Rialtobrücke. Der Architekt Antonio de Ponte errichtete eine Bogenbrücke, die auf einem Fundament von 2-mal 6.000 in den Schlemmboden gerammten Baumstämmen steht. Die Brücke ist 48 m lang und 22 m breit. Drei Fußgängerwege, die durch zwei Arkadenzeilen getrennt sind, führen über die Brücke. In den Bögen der Arkaden befinden sich Geschäfte mit Souvenirs jeglicher Art. |
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| Die Westseite der Rialtobrücke ist die schönere Seite. Hat man doch von der Plattform in der Mitte der Brücke aus eine wunderbare Aussicht auf den Canal Grande, auf die historischen Gebäude zur Rechten und zur Linken. Und man hört das lebhafte und laute Treiben ringsherum (Fotos unten). |
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Das Foto unten links zeigt die ruhigere Ostseite der Rialtobrücke. Auf der rechten Seite des Fotos
das Gebäude der Finanz- und Steuerbehörde. Heute ist es ein Hotel. Am Abend, wenn die Tagestouristen Venedig wieder verlassen haben, kehrt auch an der Rialtobrücke Ruhe ein und man hat Zeit und Muße die besondere Atmosphäre dieses Ortes auf sich wirken zu lassen (Foto unten rechts). |
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| Weiter geht die Fahrt in Richtung Markusplatz. Vorbei an dem, auf der linken Seite (Stadtteil San Marco) des Kanals stehenden, im Jahr 1550 erbauten Palazzo Grimani a San Luca. Direkt daneben der Palazzo Bembo, der von der venezianischen Adelsfamilie Bembo im 15. Jahrhundert errichtet wurde. |
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Dem Betrachter fällt auf, daß sich die Bausubstanz vieler der am Ufer stehenden Paläste in einem
desolaten Zustand befindet. Der stetig ansteigende Meeresspiegel und das Absinken der Gebäude stellt
eine ernste Bedrohung für ganz Venedig dar. Die Erdgeschosse vieler der Palazzi stehen mehrmals im
Jahr unter Wasser. Die Fundamente und Mauern sind feucht und zerbröseln, was zur Folge hat, daß einige
der Gebäude schon unbewohnbar geworden sind. Die Fotos unten zeigen repräsentative und sehenswerte Palazzi auf dem Weg zur Ponte dell'Accademia. |
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Die dritte und letzte Brücke bevor der Canal Grande im Becken von San Marco mündet,
ist die Ponte dell'Accademia. Es ist eine Holzbrücke und verbindet die Stadtteile San Marco und
Dorsoduro (Fotos unten). |
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Auf der linken Seite des Kanals, direkt hinter der Brücke, steht der sehr schön renovierte Palazzo
Cavalli-Franchetti. Der Palazzo wurde im 15. Jahrhundert erbaut und ist eines der schönsten Beispiele
der gotischen Baukunst.
Direkt daneben liegt der um das Jahr 1425 gebaute, ebenfalls restaurierte, Palazzo Barbaro. Auf dem Foto rechts unten erkennt man im Hintergrund die Kirche Santa Maria Della Salute. An dieser Stelle geht der Canal Grande in das Becken von San Marco über. |
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| Fotos unten: der Wasserbus im Becken von San Marco. Das Foto rechts unten zeigt den äußersten Zipfel des Stadtteils Dorsoduro. |
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