Zeitzeugen aus der Römerzeit und dem Mittelalter

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Unsere erste Begegnung mit der römischen Stadtmauer fand im Parkhaus unter dem Dom statt. Es sind Reste der Mauer die nach der Ernennung der Ubiersiedlung Oppidum Ubiorum zur römischen Colonia um 50 n. Chr. gebaut wurde.
Katzenpforte nannte man ein Loch in der römischen Stadtmauer (Foto unten links). Durch diese Katzenpforte (auch Annoloch genannt) ist der Erzbischof Anno II. im Jahre 1074 vor den wütenden Kölnern geflohen.
Auch der Brunnen im ehemaligen Westatrium des mittelalterlichen Vorgängerbaues des heutigen Domes ist ausgegraben und restauriert worden. (Foto unten rechts) Der Brunnenschacht befindet sich an der ursprünglichen Stelle. Man kann den Brunnen sowohl auf dem Unterdeck (nur Brunnenschacht) als auch auf dem Hauptdeck (Brunnenrand) des Parkhauses besichtigen.
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Die nächste Bekanntschaft mit der römischen Stadtbefestigung machten wir auf der Domplatte vor dem Hauptportal des Domes. Hier steht der rechte Seitendurchgang des römischen Nordtores welches Teil der Stadtmauer war. Eine Skizze, wie das Nordtor einmal ausgesehen haben könnte, kann man auf einer Schautafel gleich nebenan betrachten. Der Mittelbogen mit den Initialen Kölns als römische Colonia (CCAA) ist im Römisch Germanischen Museum ausgestellt.
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Gleich an der Kreuzung Komödienstraße/Ecke Nord-Süd-Fahrt steht ein weiteres Zeugnis der römischen Stadtmauer. Es ist der Lysolphturm. Der Name bezieht sich auf eine Familie Lysolph die im Mittelalter in diesem Turm gewohnt haben soll (Foto unten links).
Ein weiteres Relikt aus der Römerzeit ist der nordwestliche Eckturm der Stadtbefestigung. Er stammt aus dem 2. und 3. Jahrhundert und ist der besterhaltene Teil der römischen Stadtbefestigung. Auffallend ist seine reiche ornamentale Ausschmückung mit Hilfe unterschiedlicher Gesteinsarten. Der Römerturm - wie er genannt wird - steht an der Ecke Zeughausstraße/St. Apernstraße.
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Im Zuge der dritten Stadterweiterung begann man, um das Jahr 1180, eine neue Befestigungsanlage von rund 8 km Länge mit Wall, Graben und Mauer zu errichten. 12 Torburgen und 52 Wehrtürme waren in der Mauer integriert. Von den Torburgen stehen noch die Eigelsteintorburg, das Hahnentor, die Ulrepforte, die Severinstorburg und der Bayenturm.
Als nördlichstes Haupttor veranschaulicht die Eigelsteintorburg, (Foto unten) zusammen mit der Severinstorburg im Süden und der Hahnentorburg im Westen von Köln, die imposante Größe des mittelalterlichen Köln und seiner Stadtmauer.
Das Foto unten zeigt die Nordseite der Eigelsteintorburg.
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Auf der Südseite (Stadtseite) der Eigelsteintorburg ist links neben der Tordurchfahrt eine Steinfigur angebracht die den 'Kölsche Boor' darstellt. Der Kölsche Boor symbolisiert die Stärke und Wehrhaftigkeit der Stadt und Kölns Treue zum Reich (Foto unten links).
Ein eingemeißelter Spruch befindet sich unter der Figur - Halt faß, do kölsche Boor, bliev beim Rich, et fall sös ov sor - auf deutsch übersetzt heißt es: - Halte fest kölnischer Bauer, bleibe beim Reich, ob es im Guten oder im Schlechten fällt -.
Heute ist der Kölsche Boor einer der drei Tollitäten des Kölner Dreigestirns in der fünften Jahreszeit, dem Karneval.
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Das Kunibertstürmchen steht am Konrad-Adenauer-Ufer. 929 Das Türmchen ist ein Überbleibsel der Kunibertstorburg die im Zuge der Stadterweiterung um 1881 zusammen mit der Stadtmauer verloren ging.
Die Kölner nennen das Türmchen "Weckschnapp". Zu Unrecht, denn der ursprünglich als Gefängnis genutzte Turm war ein Teil der Kunibertstorburg. Er ragte über das Rheinufer hinaus bis in den Fluss hinein was die Legende mit dem Weckschnapp erst ermöglichte.
Hinter dem Namen "Weckschnapp" verbirgt sich eine ziemlich blutrünstige Geschichte.
Die zum Tode Verurteilten wurden ohne Nahrung in einen Turmraum gesperrt. Lediglich an der Decke hing ein Brot (die Weck). Wenn der Deliquent danach sprang um es sich zu holen (schnappte) öffnete sich im Boden eine Falltür die in einen mit Messern gespickten Schacht führte der eine direkte Verbindung zum Rhein hatte. Der von den Messern zerstückelte Körper des Hineingefallenen wurde somit auch noch kostenlos entsorgt.


Die Hahnentorburg am Rudolfplatz (Foto unten), ein Doppelturmtor, war das zentrale Tor der mittelalterlichen Stadtbefestigung nach Westen. Viele Episoden ranken sich um die 800 Jahre alte Torburg. So kamen die deutschen Könige nach ihrer Krönung in Aachen auf ihrer Wallfahrt zu den Reliquien der Heiligen Drei Könige im Kölner Dom durch dieses Tor in die Stadt. Später kamen dann auch noch die französischen Revolutionstruppen durch dieses Tor. Und auch die letzte Hexe Kölns saß hier im Kerker bevor sie auf Melaten verbrannt wurde.
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Zwei nebeneinander stehende Türme die durch einen Mittelbau mit Durchfahrt verbunden sind nennt man ein Doppelturmtor. Auch die im 13. Jahrhundert gebaute Ulrepforte war ein Doppelturmtor. Allerdings waren es nur zwei halbkreisförmige, nach innen (Stadtseite) offenen Halbtürme. Im 15. Jahrhundert hat man sie, da sie keinen strategischen Wert mehr besaß, zu einer Windmühle umgebaut.
Kölner Ulrepforte, vorne die Caponniere, dahinter, recht und links außen, die beiden Halbtürme, dazwischen der Bogen des ursprünglichen Tores und dahinter, der Mühlenturm. Der Name geht auf die in der Nähe des Tores lebenden Ulner (Töpfer) zurück die aufgrund ihrer Arbeit mit offenem Feuer am Stadtrand wohnen mussten.
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Die Severinstorburg ist ebenfalls eine der erhalten gebliebenen Torburgen der mittelalterlichen Stadtmauer von Köln. Sie ist, neben der Severinskirche, ein Wahrzeichen des für seinen besonderen urtypischen, kölschen Flair bekannten Severinsviertel. Das Foto unten links zeigt die südliche, stadtauswärts und das rechte Foto die nördliche, stadteinwärts gerichtete Fassade des Severintores. Man sieht deutlich dass die Torburg, wie alle anderen Torburgen auch, nicht nur militärische sondern auch repräsentative Aufgaben erfüllte. Die Außenfassaden sind immer aufwendiger und schöner gestaltet als die stadteinwärtigen Fassaden.
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Die Bottmühle (Foto unten) steht zwischen der Severinstorburg und dem Bayenturm an der mittelalterlichen Stadtmauer auf einer kleinen Anhöhe. Bis obenhin mit Efeu und Gestrüpp zugewachsen ist sie fast nicht zu erkennen.
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Im Kölner Süden am Ubierring steht die mächtigste Befestigungsanlage der mittelalterlichen Stadt, der Bayenturm. Er wurde um 1220 gebaut. Er gilt seit dem Sieg der Kölner 1262 über Erzbischof Engelbert II. als Symbol der Bürgerfreiheit.
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